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Wut und Hass dürfen nicht die Oberhand gewinnen

Warum der Völkermord in Ruanda noch immer ein Appell an uns ist: Zeitzeugen im Ethikkurs der K1.

Völkermord - dies ist wohl das Wort, welches die Geschehnisse von 1994 in Ruanda, einem kleinen Land in Afrika (etwas kleiner als Baden-Württemberg), am besten beschreibt. Dort herrschten in einem etwa 100 Tage andauernden Gemetzel katastrophale Zustände.

Die größte Volksgruppe, die Hutu, veranstaltete auf die Minderheit der Tutsi eine regelrechte Jagd, welche sich mit der Judenverfolgung im Dritten Reich vergleichen lässt. In dieser brutalen Phase befanden sich Isolde Bartel,  die zu dieser Zeit im Schuldienst in Ruanda  arbeitete, mit ihrer Tochter Saskia Späth, ihrem Mann und ihrer zweiten Tochter im Land - so erlebten sie unfreiwillig mit, was es  bedeutet, einen großen Teil einer Volksgruppe auszulöschen. Innerhalb von drei Monaten wurden etwa 800.000 Menschen ermordet.

Doch nicht nur davon berichteten die beiden Frauen den Ethik- und Philosophiekursen von Frau Schönweiß auf persönliche und bewegende Art und Weise. Sie gaben auch einen Einblick in ihr Leben in Ruanda vor dem Krieg, zeigten Bilder von blühenden Auen und glücklichen Menschen. Dies betonte sehr den Kontrast zur späteren Situation, die alles andere als glücklich war. Aus ihr floh die Familie zuletzt glücklicherweise unverletzt. Sie hält immer noch Kontakt zu den Menschen, die sie dort jahrelang  begleitete und die teilweise einfach zu Familienmit-gliedern wurden.

Heutzutage geht es Ruanda, nun mit einer eher Tutsi-dominierten Regierung, wieder besser und die Wirtschaft  sowie die Gesellschaft haben sich erholt und entwickelt. Eines sollte man jedoch nie vergessen, so betonten Mutter und Tochter  gleichermaßen:  Wir erleben bei uns, auch in unserem eigenen Alltag, immer wieder Wut und Hass. Doch man sollte sich dem nicht hingeben, da Feindschaft und Unfrieden nie zu einem guten Ende führten - sondern besser versuchen, die Dinge friedlich zu lösen. Und das rechtzeitig, bevor das Unglück seinen Lauf nimmt.

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Von: Schönweiss